Der Main-Neckar-Turngau hat nach Auswertung der Bestandserhebung seiner Mitgliedsvereine in den Sportkreisen Tauberbischofsheim, Buchen und Mosbach im Vergleich zum Vorjahr weniger Mitglieder. Zwar gab es mit dem Rückgang von insgesamt 18 Mitgliedern keinen allzu großen Mitgliederverlust, dennoch sind die jetzt vorliegenden Mitgliederzahlen, angesichts eines stetigen Zuwachses in den vergangenen Jahren, für die Verantwortlichen eher ernüchternd. Zuwächse gab es lediglich in der Altersgruppe bis 6 Jahren und der Altersgruppe ab 61 Jahren, während die rückläufigen Zahlen in den Altersgruppen bis 14 und 27 bis 40 Jahren deutlich höher waren. Das dürfte nicht nur allein der demografischen Konsequenz geschultert sein, möglicherweise könnte es auch in zunehmenden Schwierigkeiten für die Vereine, entsprechende Angebote zu halten, begründet sein. Und das trotz jederzeit aktuellen und zeitgemäßen Programmen des Badischen Turner-Bundes und des Main-Neckar-Turngaus. Die Konkurrenzsituation aus Studios und dem ungebundenen Sporttreiben darf nicht unterschätzt werden. 196 Mitglieder in der Altersgruppe der 27 bis 40 Jährigen und 115 Mitglieder in der Altersgruppe der bis 14 Jährigen sind für den Main-Neckar-Turngau eine Menge „Holz“. Der Main-Neckar-Turngau muss daher einiges unternehmen, um diesem Negativtrend entgegen zu wirken. Eine Betrachtung der vorhandenen Strukturangebote und Entwicklung ist daher von Bedeutung. Insofern sollte die vor einigen Wochen vom Turngau begonnene und noch nicht abgeschlossene Vereinsanalyse anhand eines individualisierten Fragebogens Aufschlüsse bringen, respektive über die Vereins- und Mitgliederentwicklungen, Vereinsstrukturen, turnerischer Angebote, Übungsleiter und Trainersituationen und Zukunftsfähigkeit, um dem Negativtrend entgegen zu wirken. Dabei geht es vor allem Strategien zu entwickeln, um die Turngauvereine für die Zukunft fit zu machen, näher an die Vereine heranzukommen, um letztlich entsprechend den Bedürfnissen der Vereine aktuelle Fragen und Probleme aufarbeiten zu können. Unter anderem auch um den Ausstieg von Jugendlichen und den 27- 40 Jährigen aus den Vereinen zu bremsen. Die erfreulich hohe Zunahme an Mitgliedern in der Altersgruppe der über 61 Jährigen ( 282 Mitglieder) ist sicher ein Indiz dafür, dass die Vereine inzwischen begriffen haben, ihre Angebote in einer älter werdenden Gesellschaft ausgebaut und perfektioniert sowie ihre Angebote vielseitig und attraktiv gestaltet zu haben, um die Senioren weiterhin an den Verein zu binden und Neue zu integrieren. Das muss uns auch in den „kritischen“ Altersgruppen gelingen. Gelingen muss dem Turngau aber auch, die große Bandbreite des Turnens, von den leistungsorientierten Wettkämpfen bis hin zum Freizeit- und Gesundheitssport, bis hin zum Kinderturnen, in den Vereinen und darüber hinaus der breiten Öffentlichkeit zu verdeutlichen und somit ein positives Bild des Begriffs „Turnen“ in der Gesellschaft fest zu verankern. |